Sebastian Pilgrim

„Dem König Marke gab Sebastian Pilgrim seine ganze Autorität und die Wucht seines voluminösen Basses. Stimmlich blieb er seiner Partie nichts schuldig und begeisterte durch große Autorität in Stimme und Spiel. Vorbildlich seine dynamische Bandbreite und seine Textgestaltung. Pilgrim zeigte äußerst eindrucksvoll, wie stark diese Komposition wirken kann, wenn passende Stimmgröße und gestalterische Intelligenz aufeinander-treffen. Mit jeder Silbe seines wissenden Gesangs veränderte sich die Atmosphäre der Vorstellung. Plötzlich war ein gestaltender Mittelpunkt erlebbar. Ein großartig gesungenes und gestaltetes Rollenportrait!“ 

Nicht nur sein unter die Haut gehender Hagen sondern auch sein fulminantes Rollendebüt als König Marke in der Neuinszenierung von ‚Tristan und Isolde‘ in Leipzig zeigt, dass dieser junge schwarze Bass, auf dem Weg zur Weltkarriere ist. Auch sein Debüt als La Roche (‚Capriccio‘) war ein großer Erfolg, auch wenn es nur gestreamt worden ist und das Publikum noch warten muss. Höhepunkt dieser Spielzeit in Leipzig sollte sein Debüt als Gurnemanz im Frühjahr sein (auch hier verschoben auf 2022 wg. Corona).
Der junge Sänger debütierte bereits im Sommer 2016 mit großem Erfolg am Nationaltheater Mannheim den Hagen (‚Götterdämmerung‘). Im Juni 2017 folgte sein Debüt als Hunding bei den Wagner-Tagen in Budapest unter der Leitung von Adam Fischer. 2017/18 kamen seine Debüts als Rocco in der Neuproduktion von ‚Fidelio‘ in Mannheim und als König Karl in Schuberts ‚Fierrabras‘ an der Mailänder Scala hinzu. Ab der Spielzeit 2018/19 ist er Mitglied im Ensemble der Oper Leipzig, wo er u. a. Partien wie den Großinquisitor (‚Don Carlo‘), Landgraf (‚Tannhäuser‘), Eremit (‚Der Freischütz‘), Kezal (‚Die verkaufte Braut‘), Fasolt und Hagen auf die Bühne bringt. Im Frühjahr 2019 wurde er wieder an die Mailänder Scala eingeladen.
Im November 2020 sollte ein weiteres Rollendebüt an der Oper Leipzig folgen: König Heinrich in ‚Lohengrin‘ in der Neuinszenierung von Katharina Wagner. Dann hat der 36-jährige Ausnahmebass alle großen Wagner-Rollen bis auf Daland in seinem Repertoire.
Corona hat auch seine Auftritte nicht verschont und so sind die die wichtigen Debüts der Spielzeit 20/21 als Gurnemanz in Wagners Parsifal, La Roche in Strauss‘ Capriccio und als Wärter/ Greis in Ullmanns „Sturz des Antichrists“ ausgefallen. Mit vorsichtigem Ausblick sind diese Opern aber „nur“ nach hinten in den Kalender gerückt. Zumindest konnte er wieder einmal mit seinem Hagen im „Ring an einem Abend“ im April 2021 in Leipzig zeigen, was ein aussergewöhnlicher Bass ist. Als Konzertsänger ist Sebastian Pilgrim außerdem regelmäßig in allen großen Oratorien zu hören, wie Haydns Schöpfung, Bachs Weihnachtsoratorium und Mendelssohns Elias. Im Bereich der Neuen Musik war er bei zahlreichen Uraufführungen beteiligt, zuletzt mit dem Zyklus 'Storm-Lieder' von André Werner an der Komischen Oper Berlin. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Liedgesang. Aber auch als Komponist ist er erfolgreich. So wurde ihm 2017 der Kurt Masur Preis des Deutschen Musikwettbewerbs in Komposition verliehen.
www.sebastian-pilgrim.de

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